Ein Komet im Weltall
Die ersten Beobachtungen von 2I/Borisov zeigen: Der Komet zieht einen deutlichen Schweif hinter sich her. (Symbolbild) Bildrechte: imago/McPHOTO

2I/Borisov Zweiter interstellarer Komet besucht Sonnensystem

Astronomen beobachten aktuell zum zweiten Mal einen Kometen, der aus den Tiefen des Weltraums kommt und nur kurz unser Sonnensystem besucht. Entdeckt hat ihn ein Hobbyastronom aus der Ukraine, Gennady Borisov.

Ein Komet im Weltall
Die ersten Beobachtungen von 2I/Borisov zeigen: Der Komet zieht einen deutlichen Schweif hinter sich her. (Symbolbild) Bildrechte: imago/McPHOTO

Astronomen beobachten aktuell zum zweiten Mal einen interstellaren Kometen im Sonnensystem. 2I/Borisov wurde nach seinem Entdecker Gennady Borisov benannt, einem Hobbyastronomen aus der Ukraine. Borisov hatte den Felsbrocken aus der Tiefe des Weltalls am 30. August mit seinem selbst gebauten Teleskop entdeckt. Die Abkürzung 2I steht dabei für zweites interstellares Objekt.

Oumuamua war der erste entdeckte interstellare Besucher

Vor zwei Jahren war mit dem zigarrenförmigen Oumuamua zum ersten Mal ein interstellarer Besucher bei seiner Durchreise durch das Sonnensystem beobachtet worden. Wie dieser Vorgänger befindet sich auch 2I/Borisov auf einer Flugbahn, die die Form einer Hyperbel hat. Sie führt ihn bis Oktober 2020 wieder aus dem Sonnensystem heraus. Im Unterschied zu Asteroiden und Kometen, die die Sonne umkreisen, ist 2I/Borisov mit deutlich höherer Geschwindigkeit unterwegs. Er legt etwa 150.000 Kilometer pro Stunde zurück.

Dabei haben Astronomen dieses Mal großes Glück: Gennady Borisov entdeckte den Komet bereits im Anflug auf das Sonnensystem. So bleibt den Forschern nun deutlich mehr Zeit für detailliertere Beobachtungen. Oumuamua war zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits kurz vor dem Verlassen des Sonnensystems.

Auch 2I/Borisov ähnelt den Asteroiden in unserem Sonnensystem

Weltweit interessieren sich zahlreiche Astronomen für den neuen Besucher. Wissenschaftler von der Universität Hawaii haben in einer ersten Untersuchung die Größe des Objekts auf zwei bis 16 Kilometer eingegrenzt. Er habe außerdem einen deutlichen Schweif.

Ein Team des astrophysikalischen Instituts der Kanaren (IAC) hat in einer Spektrumanalyse festgestellt, dass 2I/Borisov chemisch ähnlich zusammengesetzt ist wie heimische Asteroiden. Ähnliche Eigenschaften waren auch bei Oumuamua beobachtet worden. Die Forscher folgern daraus, dass die Prozesse der Kometenentstehung auch in anderen Sternsystemen ähnlich verlaufen.

Unklar wie häufig interstellare Besuche sind

Die Entdeckung von gleich zwei interstellaren Kometen in nur zwei Jahren ist ein Glücksfall für die Wissenschaft. Wie häufig diese Besuche tatsächlich sind, können die Astronomen aber noch nicht abschätzen. Antworten darauf könnte die ESA-Raumsonde Comet-Interceptor liefern. Sie soll im kommenden Jahrzehnt Asteroiden erforschen, die zum ersten Mal das innere Sonnensystem durchqueren.

(ens/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SPUTNIK | 21. November 2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2019, 14:13 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/9f69d4e9-a289-4370-a3df-aa5f7df0ab84 was not found on this server.