Prinz Andrew
Es wird eng für Prinz Andrew: In den USA könnte der Royal für eine Zeugenaussage vor Gericht geladen werden. Bildrechte: dpa

Vorwürfe bekräftigt Missbrauchsskandal: Es wird eng für Prinz Andrew

Virginia Guiffre, mutmaßliches Opfer im Missbrauchsskandal um US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein, hat ihre Vorwürfe gegen Prinz Andrew bekräftigt - und in diesem Zusammenhang zahlreiche unschöne Details offenbart. Die britische Öffentlichkeit bittet sie, ihr Glauben zu schenken und sie zu unterstützen. Prinz Andrew bleibt derweil bei seiner Version. In den USA könnte der Royal zur Zeugenaussage vorgeladen werden.

Prinz Andrew
Es wird eng für Prinz Andrew: In den USA könnte der Royal für eine Zeugenaussage vor Gericht geladen werden. Bildrechte: dpa

Vorwürfe gegen Prinz Andrew bekräftigt

Die Vorwürfe gegen den britischen Prinz Andrew nehmen weiter Gestalt an. Eines der mutmaßlichen Opfer im Missbrauchsskandal um US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein, Virginia Guiffre, hat seine schweren Vorwürfe gegen den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth bekräftigt.

In einem jetzt ausgestrahlten BBC-Interview schildert Giuffre sehr plastisch, wie sie dreimal zum Sex mit dem Royal gezwungen worden sei. In zwei der mutmaßlichen Fälle war Guiffre erst 17 Jahre alt. Die Übergriffe sollen sich in den Jahren 2001 und 2002 zugetragen haben.

Virginia Giuffre - angeekelt und traumatisiert

Schockierend lesen sich die Aussagen Guiffres, in welchem Rahmen sich die angeblichen Taten zugetragen haben. Einmal sei der damals Minderjährigen in einem Londoner Nachtclub Wodka zu trinken gegeben worden. Danach hätte Andrew mit ihr tanzen wollen. Für die 17-jährige Guiffre ein traumatisches Erlebnis: Sie habe sich vor seinem Schweiß geekelt, ebenso vor dem Sex mit ihm. Zum Glück habe "die ganze Prozedur" nicht sehr lange gedauert.

Virginia Roberts Giuffre spricht im Fall Epstein mit Journalisten vor einem Gericht in Manhattan
Virginia Guiffre, mutmaßliches Epstein-Opfer, apelliert an die britische Öffentlichkeit, sie zu unterstützen. Bildrechte: dpa

"Missbrauch" statt "schmutziger Sexgeschichte"

Guiffre bewertet die erfolgten Intimitäten mit Andrew als Missbrauch. In ihrem BBC-Interview appelliert sie an die britische Öffentlichkeit, sie zu unterstützen. Sie erzähle keine "schmutzige Sexgeschichte", sondern sei "von einem Mitglied der Royal Family missbraucht worden". Jeffrey Epstein und dessen Freundin Ghislaine Maxwell hätten von ihr erwartet, Andrew "glücklich" zu machen.

Prinz streitet Missbrauch weiterhin ab

Prinz Andrew streitet derweil die Vorwürfe der damals Minderjährigen ab, gab bei seinem BBC-Auftritt im vergangenen Monat sogar vor, Virginia Giuffre nie begegnet zu sein. Ihren detailreichen Schilderungen hatte der Royal wenig entgegenzusetzen. Das Giuffre-Interview war zum damaligen Zeitpunkt bereits aufgezeichnet, von der BBC jedoch bewusst zurückgehalten worden.

Für Andrew hatten seine Aussagen bereits weitreichende Konsequenzen. Auf Druck der Queen und weiterer Mitglieder der Royal Family hat Andrew vor zwei Wochen bekannt gegeben, seine öffentlichen Aufgaben für die britischen Royals bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Außerdem versprach er, den Ermittlungsbehörden zu helfen.

Prinz Andrew
Mittlerweile lässt Prinz Andrew seine öffentlichen Aufgaben für die royale Familie bis auf Weiteres ruhen. Bildrechte: dpa

Ermittlungen gegen Andrew möglich

Von britischer Seite wird dieses Angebot wohl nicht in Anspruch genommen werden. Scotland Yard wird Guiffres Anzeige gegen Epstein und Maxwell wegen Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung nicht weiter verfolgen, da sich die mutmaßlichen Straftaten größtenteils außerhalb Großbritanniens ereignet haben.

Doch bei Reisen in die USA muss Andrew künftig damit rechnen, als Zeuge vorgeladen zu werden. Entsprechende Anträge seien von insgesamt fünf mutmaßlichen Missbrauchsopfern gestellt worden.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. Dezember 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 15:48 Uhr

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