Trauergäste begleiten den Sarg von Fritz von Weizsäcker auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem für die Beisetzung zum Grab.
Rund 600 Trauergäste erwiesen Fritz von Weizsäcker die letzte Ehre. Bildrechte: dpa

Messerattacke in Berliner Klinik Erstochener Arzt Fritz von Weizsäcker beigesetzt

Der vor zwei Wochen in einer Berliner Klinik erstochene Arzt Fritz von Weizsäcker ist beigesetzt worden. Der Sohn von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker fand an der Seite seines Vaters die letzte Ruhe.

Trauergäste begleiten den Sarg von Fritz von Weizsäcker auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem für die Beisetzung zum Grab.
Rund 600 Trauergäste erwiesen Fritz von Weizsäcker die letzte Ehre. Bildrechte: dpa

Unter großer Anteilnahme ist der erstochene Arzt Fritz von Weizsäcker am Montag in Berlin beigesetzt worden. Der Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wurde neben seinem Vater auf dem Waldfriedhof Berlin-Dahlem bestattet.

FDP-Chef Lindner unter Trauergästen

Zahlreiche Trauergäste begleiteten den Toten im blumengeschmückten Sarg zu seiner letzten Ruhestätte. Unter den 600 Trauergästen waren neben der Mutter des Getöteten, der ehemaligen First Lady Marianne von Weizsäcker, auch von Weizsäckers Parteifreund, der FDP-Vorsitzende Christian Lindner, sowie der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber.

Ex-EKD-Vorsitzender Huber hält Predigt

Eine Frau steht nach der Beisetzung auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem am Grab von Fritz von Weizsäcker.
Fritz von Weizsäcker wurde im Familiengrab neben seinem Vater beigesetzt. Bildrechte: dpa

In seiner Predigt zur Trauerfeier in der Dahlemer Jesus-Christus-Kirche zeichnete Huber das Bild eines Humanisten mit ständiger Einsatzbereitschaft, Klugheit und Herzensgüte. Fritz von Weizsäcker sei seinen Patienten mit Würde entgegen gekommen und habe sich für Familie und Beruf gleichermaßen interessiert. Pfarrerin Cornelia Kulawi sagte: "Wir müssen ertragen, was wir nicht begreifen können."

Bei Vortrag erstochen

Der Chefarzt der Berliner Schlosspark-Klinik war bei einem Vortrag im selben Krankenhaus am Abend des 19. November getötet worden. Ein Zuhörer war mit einem Messer auf den 59-Jährigen losgegangen. Für von Weizsäcker kam jede Hilfe zu spät. Ein privat anwesender Polizist hatte noch versucht, sich dazwischen zu werfen. Der Beamte wurde schwer verletzt.

Angreifer handelte im Wahn

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angreifer psychisch krank sein. Er soll "wahnbedingt" eine Abneigung gegen die Familie von Weizsäcker haben. Der 57-Jährige wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Gegen ihn wird wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt. Nach Angaben der Anklagebehörde soll er die Tat geplant haben. Demnach kaufte er sich in Rheinland-Pfalz ein Messer und fuhr mit der Bahn nach Berlin zu dem Vortrag.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Dezember 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 19:17 Uhr