Fensterputzroboter am Louvre
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Leichter leben | 09.04.2018| 17:00 Uhr Was können Haushaltsroboter?

Der Frühling zeigt sich endlich von seiner guten Seite. Das bedeutet allerdings auch, dass der Frühjahrsputz ansteht. Genau dafür können Sie sich aber mittlerweile Unterstützung von kleinen Robotern holen, die zum Beispiel saugen, wischen, Fenster putzen, Dachrinnen reinigen oder Rasen mähen. Aber wann lohnen sich die kleinen Helfer wirklich und an welcher Stelle ist es rausgeschmissenes Geld? Marco Ammer weiß es.

Fensterputzroboter am Louvre
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Das Wichtigste gleich mal vorweg: Ein Haushaltsroboter wird das Putzen nicht komplett ersetzen, aber er kann unterstützen und ergänzen! 

Was kann ein Saugroboter?

Roboter-Staubsauger auf der IFA 2017
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Jeder hat es schon mal erlebt: Man ist gerade fertig mit dem Putzen der Wohnung, da liegen am Eingang schon wieder die ersten Krümel auf dem Boden. Um nicht gleich wieder zum Sauger zu greifen, lohnt sich ein Saugroboter. 

Die meisten Modelle schaffen es problemlos, Krümel unter dem Esstisch, Wollmäuse oder Sand aufzusaugen. Wenn die Flächen ordentlich frei geräumt sind, können die Geräte zum Beispiel einfach laufen, während man auf der Arbeit ist. Sollte der Akku zwischendurch leer sein, fahren die Roboter automatisch zurück zur Ladestation. Wieder aufgeladen, fahren sie weiter. 

Der Wechsel zwischen verschiedenen Untergründen ist für die meisten Sauger kein Problem. Teppiche sollten allerdings keine Fransen haben. Ansonsten kommen die kleinen Helfer mit den meisten glatten Oberflächen zurecht.

Auch Schwellen zwischen Zimmern sind keine echte Hürde, sofern sie nicht höher als zwei Zentimeter sind.

Was kann der Saugroboter nicht?

In Maisonettwohnungen oder mehretagigen Häusern eignet sich ein Saugroboter nur bedingt. Treppen steigen können die Geräte nämlich nicht. Und nicht alle erkennen die Stufen automatisch und purzeln im Zweifelsfall runter.

Wenn Möbel direkt auf dem Boden stehen, fahren die Geräte drum herum. Bei Schränken, Tischen oder Stühlen, die erhöht stehen, saugen sie auch darunter, sofern sie dafür nicht selbst zu hoch sind. 

Eine Frau steht mit einem Staubsauger auf einem Sofa und saugt es ab.
Einige Stellen werden wir weiterhin selbst absaugen müssen. Bildrechte: IMAGO

Wenn der Saugroboter läuft, sollte die Arbeitsumgebung freigeräumt sein und auch idealerweise während des Saugprozesses nicht betreten werden. In Südkorea ist vor einiger Zeit eine Frau auf dem Fußboden eingeschlafen. Ihr Saugroboter lief in der Wohnung und wühlte sich in ihre Haare. Das war für die Frau sehr schmerzhaft und für die Rettungskräfte sehr schwierig, den Sauger wieder von den Haaren zu trennen. Hier ist also absolute Obacht geboten.

Die Sauger benötigen kein Internet, um zu funktionieren. Einige lassen sich allerdings auch über Apps steuern und beobachten. In China gibt es sogar Modelle, die mit HD Kameras die Wohnung filmen. Die Daten und Informationen, die dabei gesammelt und in einer Cloud gespeichert werden, sind für die Hersteller natürlich wertvoll und könnten für sehr viel Geld weiterverkauft werden. Wer dem definitiv aus dem Weg gehen möchte, sollte Netzverbindungen jeder Art ablehnen und inaktiv halten.

Preise

Die günstigsten Saugroboter gibt es bereits ab knapp über 100 Euro. Gerade wenn man allerdings zu einem Markenprodukt greift, kosten die Geräte schnell mal mehrere Hundert Euro. Einige sind dann Kombigeräte, die nicht nur saugen, sondern auch wischen können.


Was kann ein Fensterputzroboter?

Haushaltsroboter an einer Fensterscheibe
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Nach dem Staubsaugroboter sind seit einiger Zeit auch Fensterputzroboter auf dem Markt. Vor Gebrauch muss der Akku geladen werden, was in der Regel etwa zwei Stunden dauert. Manche Geräte funktionieren auch mit direktem Stromanschluss und haben den Akku nur für den Notfall.

Die Roboter werden mit einem Reinigungsbelag geliefert, der eingesetzt und mit der ebenfalls mitgelieferten Reinigungsflüssigkeit besprüht wird. Dann setzt man den Roboter auf die Scheibe. Der hält sich durch einen selbst erzeugten Unterdruck dort fest und beginnt zu putzen.

Was kann ein Fensterputzroboter nicht?

Haushaltsroboter an einer Fensterscheibe
Der Fensterputzroboter saugt sich per Unterdruck an der Scheibe fest. Bildrechte: Tobias Bader

Kritikpunkte sind hier die Fensterecken und -kanten, denn die erreichen die Roboter nicht. Hier ist also Nacharbeit gefragt. Bei starken Verschmutzungen brauchen die kleinen Automaten Unterstützung von Menschenhand durch Vorputzen.

Auch sind die Roboter recht langsam und müssen von Hand umgesetzt werden. Das ist besonders bei mehrfach unterteilten Altbaufenstern unpraktisch. An schrägen Dachfenstern kann der Roboter gar nicht eingesetzt werden, da er an der Schräge nicht haftet.

Die Roboter erzeugen Unterdruck und halten sich so an den Scheiben. Gerade im Akkubetrieb besteht die Gefahr, dass das Gerät plötzlich abstürzt. Daher sollte immer darauf geachtet werden, dass die Flächen unter den Scheiben freigeräumt sind, damit bei einem Absturz nicht zu viel kaputt geht.

Wenn Fenster in oberen Etagen gereinigt werden, sollte ein Balkon vorhanden sein. Denn wenn ein Roboter – auch wenn er nur ein paar Hundert Gramm wiegt – aus mehreren Metern Höhe abstürzt, besteht doch erhebliche Verletzungsgefahr.

Preise

Die günstigsten und kleinsten Geräte gibt es im Internet ab 159 Euro. Für diejenigen, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld, sind Fensterputzroboter allerdings nicht die richtige Anschaffung. Bei einem großen Onlineversandhändler ist der derzeit teuerste Fensterputzer für knapp über 400 Euro gelistet. Wer also wirklich Unmengen an Geld ausgeben möchte, der sollte lieber alle paar Monate professionelle Fensterputzer bestellen.


Was kann ein Rasenmähroboter?

Ein Rasenmähroboter auf einer Wiese
Bildrechte: Tobias Bader

Rasenmähroboter sind kleine Wunder. Denn wenn sie ordentlich und problemlos funktionieren, dann muss man sich wirklich nie wieder um die Rasenpflege kümmern.

Um einen Rasenmähroboter in Betrieb zu nehmen, müssen im Garten Markierungen zur Begrenzung der Fläche ausgelegt werden. Häufig bedeutet das, dass ein mitgeliefertes Kabel im unter der Erde versenkt werden. Einige Geräte können aber auch über GPS Koordinaten gesteuert werden.

Sobald die Begrenzungen gesetzt sind und das Gerät eingeschaltet ist, mäht es konstant den Rasen und hält ihn auf der eingestellten Länge. Da die Mäher nahezu täglich im Garten unterwegs sind, fallen auch keine Schnittabfälle an. Die geschnittenen Grashalme sind kurz und fallen einfach auf den Boden, wo sie liegen bleiben können.

Wenn der Akku leer ist, fährt der Roboter zurück zur Station und lädt auf.  Sobald er voll ist, kann er weiter fahren.

Was kann ein Rasenmähroboter nicht?

Blumenidylle im Kleingarten
Schöner grüner Rasen kann mit einem Roboter täglich gepflegt werden. Bildrechte: dpa

In verwinkelten Gärten oder in Gärten in denen viele Bäume, Tische, Stühle, Spielzeuge etc. stehen, eignen sich Mähroboter nicht, da es dann zu viele Hindernisse gibt, in denen sie sich verfangen können.

Außerdem muss man beim Kauf unbedingt darauf achten, welche Flächengröße der Mäher bearbeiten kann. Nicht jeder Roboter schafft es, einen Garten von 2000m² zu mähen. Außerdem sollte der Rasen eine angegebene Halmlänge nicht überschreiten, da zu langer Rasen nicht gemäht werden kann.

Vor einiger Zeit war ein Fall aus Niedersachsen bundesweit in den Medien. Dabei hat ein Rasenmähroboter einem kleinen Jungen in den Fuß geschnitten. Gerade in Gärten in denen kleine Kinder spielen ist also höchste Vorsicht geboten. Idealerweise mäht der Roboter nur, wenn niemand auf der Fläche ist. Auch für kleine Tiere stellen die Roboter eine Gefahr dar. Laubhaufen in denen sich zum Beispiel Igel oder Vögel verstecken werden von einigen Geräten einfach durchpfercht.

Preise

Die günstigsten Geräte gibt es ab gut 400 Euro. Nach oben gibt es allerdings kaum Grenzen. So ist es problemlos möglich mehr 2000 oder 3000 Euro für einen Rasenmähroboter auszugeben. Zum Vergleich: Benzinbetriebene Handrasenmäher gibt es bereits ab 200 Euro, Elektromäher sogar schon für weniger als 100 Euro.

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2019, 10:50 Uhr