Sprachkritik "Klimahysterie" ist Unwort des Jahres 2019

"Klimahysterie" steht bei einer Pressekonferenz nach der Bekanntgabe zum "Unwort des Jahres" 2019 auf einer Leinwand, die von einem Journalisten abgefilmt wird.
Die Entscheidung ist gefallen: "Klimahysterie" ist das Unwort des Jahres 2019. Bildrechte: dpa

Der Begriff "Klimahysterie" ist zum Unwort des Jahres 2019 gewählt worden. Das gab die "Unwort"-Jury der TU Darmstadt am Dienstag bekannt. Das Wort diffamiere wichtige Debatten zum Klimaschutz. Es wurde insgesamt neun Mal eingereicht.

Der im vergangenen Jahr "von vielen in Politik, Wirtschaft und Medien" verwendete Ausdruck "pathologisiert pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektiver Psychose", sagte Jury-Sprecherin Nina Janich zur Begründung der Entscheidung. Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel sei das Wort zudem irreführend und stütze in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen.

Viele Wort-Vorschläge zum Thema Umweltschutz

671 Einsendungen mit 397 Ausdrücken waren eingereicht worden. Viele Vorschläge kreisten vor allem rund um die Themen Klima, Ökologie und Umweltschutz, darunter auch die Begriffe "Ökodiktatur", "Ökofaschismus", "Ökoterrorismus", "Klimaabsolutismus", "CO2-Gläubige", "CO2-Jünger" oder "Klimakirche".

Außerdem kritisierte die Jury die Unwörter "Umvolkung" und "Ethikmauer".

Über die Auszeichnung

Das Unwort des Jahres wird seit 1991 gekürt. Initiiert hat die Aktion der Frankfurter Germanistikprofessor Horst Dieter Schlosser, der von 1991 bis 2010 auch Juryvorsitzender war. Seit 2011 ist die Darmstädter Sprachwissenschaftlerin Nina Janich Jury-Sprecherin.

Die Auszeichnung dient der Sprachkritik und soll das Bewusstsein für die Verwendung von Begriffen schärfen. Nominiert werden können Bezeichnungen, die beispielsweise gegen das Prinzip der Menschenwürde oder die Prinzipien der Demokratie verstoßen, weil sie einzelne Gruppen diskriminieren oder euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind.

Die Auswahl erfolgt in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Jeder kann bis zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres Unwort-Vorschläge machen. Eine unabhängige Jury wählt dann das "Gewinnerwort" aus den Einsendungen aus. Sie besteht aus vier SprachwissenschaftlerInnen und einem Journalisten, die Sprachkritik auch außerhalb der Universität für relevant halten - in diesem Jahr ist das Urban Priol.

Die Unwörter der vergangenen Jahre
2018 Abschiebe-Industrie  
2017 Alternative Fakten  
2016 Volksverräter  
2015 Gutmensch  
2014 Lügenpresse  
2013 Sozialtourismus  
2012 Opfer-Abo  
2011 Döner-Morde  
2010 Alternativlos  

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. Januar 2020 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2020, 10:30 Uhr

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